Herkunft
                        
Die Bengalkatze  (englisch "bengal" oder "bengal cat", altdeutsche Bezeichnung "Leopardette") ist eine Rassekatze, die aus der Kreuzung einer Wildkatze, der asiatischen Leopardkatze (ALC), mit einer kurzhaarigen, schwarzen Hauskatze entstand. Damit gehört die Rasse der Bengalkatze zu den sogenannten Hybriden. Das Ursprungsland sind die USA.

Die Genetikerin Jean M. verpaarte 1963 (damals hieß sie noch Jean S.) eine weibliche asiatische Leopardkatze (Felis Bengalensis) mit einem schwarzen Hauskater, um die getupfte Fellzeichnung und den geschmeidigen Körperbau der Wildkatze mit den Charaktereigenschaften der Hauskatze zu verbinden. Nachdem sie aus privaten Gründen die Zucht zunächst unterbrach, startete sie in den 80ern nochmal mit einigen weiblichen Zuchttieren von den Universität Kaliforniens.

Im Laufe der Entstehung dieser Hauskatze wurden Rassen wie Abessinier, Orientalisch Kurzhaar, Ägyptische Mau oder American Shorthair mit eingekreuzt. Heute allerdings wird die Bengalkatze ausschließlich reinerbig gezüchtet, Bengal wird also nur mit Bengal verpaart!

Bengalkatzen sind mittelgroße Hauskatzen mit einem Gewicht von 4-7 kg und einer Kopf-Rumpf-Länge bis zu 80 cm. Sie sind kräftig und sehr muskulös, im Erscheinungsbild aber niemals plump, sondern ausgesprochen elegant. Vor allem die längeren und kräftigen Hinterbeine und das kurze, dichte, extrem seidig weiche Fell der Bengalen machen sie zu außengewöhnlich schönen Mitbewohnern im Wildlook!

 

Das Wesen der Bengalen

Bengalen sind etwas ganz Besonderes: sie sind außerordentlich intelligent, charakterfest, selbstbewusst, zutraulich, neugierig, freundlich, verschmust, erfinderisch, aufmerksam, anhänglich und niemals aggressiv. Sie zeichnen sich besonders durch ihre extreme Menschenbezogenheit aus. Das wilde Aussehen, die enorme Sprungkraft und die Freude am Spiel mit Wasser sind Eigenschaften, die sich die Bengalkatze bis heute als Erbe ihrer wilden Verwandtschaft bewahrt hat. Es gibt Bengalen, die ihre Menschen sogar in die Dusche bzw. die Badewanne begleiten :-)

Apportieren gehört ebenfalls zu den liebenswerten Eigenarten der Bengalen, sie bringen Spielzeug und Bälle mit großem Spaß am Spiel! Bedingt durch ihr intelligentes Wesen und ihre Aktivität brauchen Bengalen viel Beschäftigung und Platz bzw. Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang ausleben zu können. Bengalen sind hervorragende Kletterer, dabei aber meist sehr leise und elegant.

Bengalkatzen leben meistens in Wohnungshaltung. Sie würden aufgrund ihrer wilden Abstammung und ihrer Instinkte in Freiheit ein sehr großes Revier beanspruchen und verteidigen. Wir würden unsere Katzen nie den Gefahren einer Freigängerkatze aussetzen, zumal ihr schönes äußeres Erscheinungsbild auch oft dazu führt, einfach mitgenommen zu werden...

Da Bengalen für ihr Leben gerne spielen und toben, ist es wichtig, eine Bengalkatze niemals alleine zu halten. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Spielgefährte ebenfalls eine Bengal ist oder aus dem Tierheim kommt. Damit keine Langeweile entsteht und das katzenspezifische Miteinander ausgelebt werden kann, sollten Katzen dieser Rasse mindestens zu zweit ihr Zuhause teilen dürfen. Auch Kinder und Hunde werden von Bengalen schnell als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert und in ihr Leben einbezogen.

Viele Bengalen sind äußerst gesprächig und unterhalten sich regelrecht mit ihren Menschen und auch untereinander. Dabei sind facettenreiche Laute zu vernehmen von unterschiedlichstem Miauen über Gurren bis Schnurren!


Fellzeichnungen

Anerkannte Farben der TICA sind brown, snow und silber und ihre Variationen.

Bei den Zeichnungen (tabby) gibt es zwei Grundmuster: marble und spotted.

Die marble - Zeichnung (gestromt/marmoriert) sollte so wenig wie möglich an eine Hauskatze erinnern, ohne das "bullseye" wie es im classic tabby erwünscht ist.

Spotted kommt in verschiedenen Ausprägungen vor: von einfarbigen, kleinen Tupfen bis hin zu zweifarbigen, großen Rosetten.

Das Fell ist kurz, weich, dicht und seidig, was es oft auch Allergikern erlaubt, eine Katze zu halten, da das Fel D3 Protein im Speichel der Katze oft nicht vorhanden ist. Im Allgemeinen ist die Bengalkatze ein robuste und unempfindliche Katze.

 

Warum sind Bengalen so "teuer"?

Jede seriöse Zucht beginnt mit der Auswahl gesunder Zuchttiere aus gesunden Linien. Stammbaumrecherche und weite Fahrstrecken, um sich Zuchten und Tiere anzuschauen, gehören dazu. Hat man nun das passende Tier gefunden, hat das meistens seinen Preis ab 3000 € aufwärts, kommt es aus dem Ausland, kommen nicht unerhebliche Kosten dazu.

Alle Zuchttiere werden jährlich wiederholt tierärztlich untersucht, jährlich geimpft und entwurmt. Die Auswahl eines Zuchtverbandes (incl. Aufnahme- und jährl. Mitgliedergebühr) gehört ebenso dazu wie die regelmäßigen Untersuchungen aller Zuchttiere auf HCM und PKD bei zertifizierten Kardiologen (Dr. Hüttig in Reutlingen). Des weiteren stehen Untersuchungen an auf verschiedene Erbkrankheiten wie Pk-def (Pyruvatkinase Defizienz) und PPA (progressive Retina-Atrophie), FIV (Felines Immundefiziens Virus) und FeLV (Felines Leukämie Virus) via Blutentnahme bzw. Backenabstrich. Ebenso wird Kot auf Giardien und Tritrichomonas untersucht und die Blutgruppe bestimmt. Sind die Ergebnisse nicht einwandfrei, ist das Tier von der Zucht auszuschließen und alles beginnt von vorne. Mit 1 Jahr wird HCM und PKD geschallt sowie ein genetischer Farbtest gemacht. Erst dann wird mit der Katze gezüchtet!

Die Einrichtung der Wurfzimmer bzw. der Freigehege, Laufräder, Kratzbäume, Kratztonnen, Spielzeug, Kletter- , Spiel -und Sprungmöglichkeiten, Katergehege, Fellpflege und gute Ernährung kosten ebenfalls Geld sowie Katzenstreu und andere Utensilien wie Katzentoiletten in ausreichender Anzahl. 

Potente Kater markieren einfach alles in ihrer Umgebung mit Urin und nicht selten mit Kot, was ein sehr hohes Putzaufkommen erfordert und das Leben in normalen Wohnräumen fast ausgeschlossen macht! Auch Kätzinnen stehen den Katern beim Thema "Harnmarkieren" während der Rolligkeit und oft auch außerhalb in nichts (!) nach und "gießen" das Haus oft wie aus der Gießkanne,... Die Haltung potenter Bengalen ist also keineswegs "nebenher" zu gestalten und umzusetzen  wie bei anderen Rassen- und mit sehr viel Aufwand verbunden!

Unsere Katzen bekommen frisches, rohes Fleisch gefüttert sowie hochwertiges Dosenfutter ohne Zugabe von Getreide oder Zucker. Auch steht ab und an Trockenfutter (ebenfalls zucker-und getreidefrei) zum Knabbern auf dem Speiseplan. Angereichert mit Supplementen sehen wir jeden Tag an der Gesundheit, der Fellqualität, der Agilität und der Lebendigkeit, wie sehr unsere Tiere von dieser hochwertigen Ernährung profitieren! Unsere Tiere sind sehr widerstandsfähig was Infekte angeht und haben so gut wie nie Erkältungen oder Magen-Darm Probleme, Blasensteine oder Fell- oder Zahnprobleme.

Während der Tragezeit  gilt es den Mehrbedarf der tragenden Katze zu decken und auch die Katzenkinder in ihren ersten 14 Lebenswochen in unserem Haus bestmöglich zu versorgen. Kommt es währen der Tragezeit oder unter der Geburt zu Komplikationen, die Untersuchungen oder den Aufenthalt in einer Klinik notwendig werden lassen wie z.B. ein Kaiserschnitt oder eine Pyometra (Gebärmuttervereiterung), werden die Kosten schnell 4-stellig. 

Die Aufzucht unserer Kitten ist uns sehr wichtig. Unsere selbst gebauten Wurfboxen bieten den Katzenkindern in den ersten 4 Wochen ein gemütliches Zuhause, 24 h bei der Mama. Werden die Kleinen flügge, ziehen sie zu uns in den Kittenfreilauf im Wohnzimmer, das sie ab der 7. Lebenswoche ganz für sich beanspruchen (75qm). Qualitativ hochwertige Einstreu (Cats Best, später Tigerino) gehören nun ebenfalls zur täglichen Ausstattung wie die Fütterung von frischem Fleisch und Nassfutter und fertiges BARF. Die Kitten werden entwurmt, bekommen mit 8 und 12 Wochen ihre Impfungen und stehen ständig unter tierärztlicher Kontrolle. Vor Abgabe wird Kot untersucht auf Giardien, Tritrichomonas foetus und Magen-Darm-Parasiten. Unsere Katzen bekommen alle einen Stammbaum vom Zuchtverband. Unsere Kitten sind bestens sozialisiert, selbstverständlich stubenrein, verspielt und gesund - dafür geben wir alles!


FIP - feline infektiöse Peritonitis, HCM - ...weil es angesprochen werden muss!

In der Bengal-Zucht gibt es, wie bei allen anderen Katzenrassen auch, das feline Corona Virus, kurz FCoV. Die Infektion mit FCoV verläuft oft symptomlos, unbemerkt oder verursacht eine harmlose, vorübergehende Darminfektion oder, die in der Regel oft ohne  größere klinische Symptome verläuft und ungefährlich für die Katzen ist. 

Studien belegen, dass weltweit ca. 85-90% aller Katzen mit diesem Virus bereits Kontakt hatten/infiziert sind = positiv auf das Virus sind. Die weltweite Katzenpopulation ist also "durchseucht" mit diesem Virus. So wird das Virus indirekt über Schuhe, Fressgeschirr, die Katzentoilette oder direkt von Katze zu Katze bzw. von den Mutterkatzen an die Kitten weitergegeben - soweit nicht gefährlich, auch nicht zu verhindern.

Aber: In ca. 3-5% der Fälle kommt es zu einer Mutation dieses an sich ungefährlichen Virus und löst die feline infektiöse Peritonitis/FIP aus - die weltweit häufigste infektiöse Todesursache bei Katzen.

Leider sind auch Katzen von Züchtern vor dieser Viruserkrankung bzw. der tödlich verlaufenden Mutation FIP nicht sicher - leider!! Durch die weltweite Verbreitung ist es nahezu unmöglich ein Tier für die Zucht zu finden, das keinen FCoV Titer hat (also noch nie Kontakt zum Virus hatte). Was uns auch nicht davor schützt, uns früher oder später mit FIP auseinander setzen zu müssen. Ein Kitten, bei dem meistens im ersten Lebensjahr eine FIP Diagnose gestellt wird, hat daher nichts mit einer schlechten Zucht oder damit zu tun, dass der Züchter nichts taugt. Der Züchter kann leider nichts dafür, da es nicht in seinen Händen liegt. Man geht davon aus, dass Stress ein auslösender Faktor sein kann (Umzug, Zahnen, Kastration, Impfungen). Ansonsten gibt es keine sicheren Anhaltspunkte oder Erklärungen, warum das eigentlich harmlose Virus beginnt zu mutieren, man steht dem Geschehen mehr oder weniger machtlos gegenüber.   :-(

Bis vor Kurzem galt die Diagnose FIP als sicheres Todesurteil einer jeden Katze, da es keine Behandlung gab. In den letzten Monaten forschte man allerdings sehr erfolgreich und hat ein Medikament gefunden, das in den meisten Fällen hilft, die Virusreplikation nachhaltig zu stoppen und die Katzen wieder gesund werden zu lassen! Bisher hat das Medikament aber noch keine Zulassung in Deutschland, die Behandlung dauert lange (mind. 84 Tage) und ist noch recht kostspielig. Für mehr Information melden Sie sich gerne bei uns! 

Ebenso sollte das Thema HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) angesprochen werden. Dabei handelt es sich meistens um eine genetisch vererbliche Herzerkrankung, die oft zum frühen und plötzlichen Tod einer Katze führt. (Die erworbene HCM spielt nur eine untergeordnete Rolle.)

Es gibt viele Linien von Katzen, in denen es sehr oft zu HCM kommt und gekommen ist, viele Linien gelten als risikobehaftet oder schlichtweg als krank. Bei Nachkommen dieser Tiere kam es nachweislich sehr oft zu HCM Fällen, weswegen man mit diesen Tieren und Blutlinien nicht weiterzüchten sollte! Es bedarf genauer Recherche/Stammbaumrecherche, wenn man sich ein neues Zuchttier kauft. 

Trotzdem sollte jedes Tier unbedingt vor Zuchteinsatz geschallt werden, das heißt: beim Kardiologen eine Herzultraschalluntersuchung machen. Aussagekräftig ist diese Untersuchung ab dem 12. Lebensmonat eines Tieres und muss dann jährlich wiederholt werden um auszuschließen, dass sich im Laufe des Lebens eine HCM entwickelt. Gentests sind nicht sicher, nur der Herzultraschall kann die Herzgesundheit nachweisen! Kaufen Sie sich kein Tier, dessen Eltern nicht nachweislich herzgesund und geschallt sind! Man sieht einem Tier diese Erkrankung oft nicht an - bis es zu spät ist. Lassen Sie sich also nicht von einem  optisch gesunden Tier täuschen, das keine Herzultraschalluntersuchung nachweisen kann (bzw. nicht vom Züchter täuschen!)

Trotz aller Vorsorge kann der Züchter die Herzgesundheit aber nicht garantieren!!! Auch aus gesunden Tieren, die über Generationen geschallt sind, kann ein HCM Kitten entstehen. Die genetische Möglichkeit besteht immer. Eine Gesundheitsgarantie wäre absolut unseriös - niemand kann das garantieren! Der Züchter kann nur das Risiko. so weit es ihm möglich ist, minimieren, indem er ausschließlich gesunde Tiere zur Zucht einsetzt und seine Zuchttiere jährlich schallen lässt! 




 


 










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